Betriebsstrom
Der zu erwartende Strom des Stromkreises. Er wird aus der angeschlossenen Last und den Betriebsbedingungen bestimmt.
Lerneinheit
Stand:
Bei der Leitungsberechnung werden Schutzorgan und Leiterquerschnitt so ausgewählt, dass die Leitung thermisch geschützt ist und der zulässige Spannungsfall eingehalten wird.
Dein Lernziel
Du ordnest Betriebsstrom, Bemessungsstrom und zulässige Strombelastbarkeit richtig zu, berücksichtigst Verlegebedingungen und erklärst, warum nach dem Überlastschutz der Spannungsfall kontrolliert wird.

Schnelle Hilfe
Ermittle zuerst den Betriebsstrom, wähle das Schutzorgan und bestimme die zulässige Strombelastbarkeit unter den tatsächlichen Verlegebedingungen. Sind beide Überlastbedingungen erfüllt, kontrollierst du den Spannungsfall. Maßgebend ist die strengere Anforderung.
Abkürzungen verstehen
Der zu erwartende Strom des Stromkreises. Er wird aus der angeschlossenen Last und den Betriebsbedingungen bestimmt.
Der Nennwert des ausgewählten Schutzorgans. Er muss mindestens so groß wie der Betriebsstrom sein.
Der Strom, den die konkrete Leitung unter den tatsächlichen Verlegebedingungen dauerhaft führen darf.
Der vereinbarte Strom, bei dem das Schutzorgan innerhalb der festgelegten Zeit sicher auslöst.
Die Differenz zwischen der Spannung am Anfang und am Ende der Leitung unter Belastung.
Die Querschnittsfläche des Leiters. Ein größerer Querschnitt erhöht typischerweise die Strombelastbarkeit und verringert den Spannungsfall.
Funktionsprinzip
ist die zentrale Zuordnungsbedingung. Zusätzlich gilt . Danach wird der Spannungsfall geprüft.
Typische Fehler und Verwechslungen
Der Betriebsstrom liegt links, die Strombelastbarkeit rechts: I_B ≤ I_n ≤ I_Z.
Umgebungstemperatur, Häufung, belastete Adern und weitere Randbedingungen können Korrekturfaktoren erforderlich machen.
Ein kleiner Spannungsfall ersetzt weder die Überlastprüfung noch die weiteren Schutz- und Abschaltbedingungen.
01 · Einordnen
Die Bemessung beginnt bei der Last und nicht bei einem beliebig gewählten Leiterquerschnitt.
Ermittle den zu erwartenden Betriebsstrom I_B aus Leistung, Spannung, Phasenanzahl, Leistungsfaktor und gegebenenfalls Wirkungsgrad.
Wähle einen Bemessungsstrom I_n, der den Betriebsstrom führen kann und zugleich die Leitung schützt.
Alle drei Größen müssen in dieser Reihenfolge zueinander passen.
02 · Bemessen
Die Tabellenwerte gelten nur für festgelegte Referenzbedingungen. Die reale Anlage entscheidet über notwendige Korrekturen.
Lege Verlegeart, Leitungsart, Anzahl belasteter Adern und gegebenenfalls Wärmedämmung eindeutig fest. Erst dann kann der passende Referenzwert aus dem zulässigen Tabellenwerk ausgewählt werden.
Das Beispiel zeigt Temperatur- und Häufungsfaktor; in der Praxis sind alle zutreffenden Randbedingungen zu berücksichtigen.
Auch das tatsächliche Auslöseverhalten des Schutzorgans muss zur Leitung passen.
03 · Kontrollieren
Nach der thermischen Bemessung wird kontrolliert, wie viel Spannung auf dem Leitungsweg verloren geht.
Diese vereinfachte Formel gilt für die ausdrücklich genannten Annahmen. Drehstrom, Reaktanz und Phasenverschiebung erfordern eine angepasste Betrachtung.
Vergleiche das Ergebnis mit dem für Anlage und Stromkreis festgelegten Grenzwert.
Erfordert die Strombelastbarkeit beispielsweise 2,5 mm², der Spannungsfall aber 4 mm², ist 4 mm² maßgebend. Anschließend folgen die weiteren erforderlichen Nachweise, insbesondere Abschaltbedingungen und Kurzschlussfestigkeit.
Vorhandene Lernvideos
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Verstehen
Empfohlener Einstieg
Zeigt, wie Betriebsstrom und Bemessungsstrom am Beginn der Leitungsberechnung bestimmt werden.
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Empfohlener Einstieg
Ordnet Bemessungsstrom und zulässige Strombelastbarkeit fachlich ein.
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Qualität & Aktualität
Diese Lerneinheit wurde zuletzt im August 2026 fachlich geprüft.
Trotz sorgfältiger fachlicher Prüfung können sich Fehler einschleichen. Hinweise, Korrekturen und Anregungen sind daher jederzeit willkommen.